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Unterschrift im Lebenslauf: Pflicht oder nicht? So geht's

Adelheid Brockhusen Adelheid Brockhusen · Veröffentlicht am

Du hast den Lebenslauf fertig, und ganz unten ist noch Platz. Soll da eine Unterschrift hin? Gesetzlich verlangt das niemand. In Österreich ist es aber üblich, und das AMS rät ausdrücklich dazu. Hier steht, was wirklich nötig ist, wie die Zeile aussieht und wie du bei einer Bewerbung per E-Mail oder Portal sauber digital unterschreibst.

Muss ich den Lebenslauf unterschreiben?

Eine gesetzliche Pflicht gibt es nicht. Ein Lebenslauf ist keine Erklärung, für die das Gesetz eine Form vorschreibt, und er ist auch kein Vertrag. Wo das Gesetz Schriftlichkeit verlangt, braucht es die Unterschrift der Parteien1, aber das betrifft bestimmte Rechtsgeschäfte, nicht deine Bewerbung.

Die Unterschrift ist eine Konvention, und das AMS empfiehlt sie klar. Auf der Seite zum Unterschreiben des Lebenslaufs lautet die Antwort auf die Frage „Soll ich?“: ja. Der Lebenslauf endet laut AMS „mit der Angabe Ihres vollständigen Namens sowie Ihrer Unterschrift“2. Mit Ort, Datum und Unterschrift schließt du den Lebenslauf ab und zeigst: Die Angaben stammen von dir, und du stehst dafür gerade.

Merke dir als Faustregel: Wenn du die Wahl hast, unterschreib. Es kostet dich zehn Sekunden, und ein fehlender Abschluss fällt bei einer klassischen Mappe eher auf als eine vorhandene Unterschrift. In reinen Formularen ohne Dateianhang entfällt sie dagegen von selbst.

Wie sieht die Zeile am Ende aus?

Ganz unten, nach der letzten Rubrik, stehen Ort und Datum und darunter deine Unterschrift. Das AMS nennt die Reihenfolge „Ort, Datum und Unterschrift“ und beschreibt zwei Varianten: Die Unterschrift steht nach zwei Leerzeilen unter Ort und Datum, oder sie steht rechtsbündig, während Ort und Datum links stehen3. Der Ort ist der Ort, an dem du den Lebenslauf abschließt, also in der Regel dein Wohnort. Das Datum ist der Tag der Bewerbung. Wie du die Zeile im Detail schreibst, erklärt unser Beitrag Ort, Datum, Unterschrift.

Wien, 4. Oktober 2026


[Unterschrift]
Max Mustermann

Zwei Dinge sind wichtig. Erstens: Ort und Datum im Lebenslauf sind dieselben wie im Anschreiben. Zweitens: Deine Unterschrift steht über dem getippten Namen, nicht quer über dem Text. Ob du Ort und Datum von Hand oder am Computer schreibst, ist laut AMS egal3.

Warum die Unterschrift sinnvoll ist

  • Sie schließt das Dokument ab. Ohne Schlusszeile wirkt ein Lebenslauf wie ein Entwurf.
  • Sie zeigt Sorgfalt. Personalverantwortliche sehen täglich viele Mappen, und ein sauberer Abschluss bleibt im Gedächtnis.
  • Sie bestätigt die Angaben. Du erklärst damit, dass deine Stationen, Abschlüsse und Kenntnisse stimmen.
  • Sie ist erwartbar. Bei Gemeinden, Banken, Spitälern und im Handwerk wird eine klassische Bewerbungsmappe noch häufig so aufgebaut.

Bei modernen Start-ups oder reinen Online-Portalen sieht man den Abschluss oft nicht mehr. Das ist kein Fehler, solange das Unternehmen keine klassische Mappe will. Im Zweifel ist die Unterschrift die sichere Variante, denn sie schadet nie.

Anschreiben und Lebenslauf: Wo unterschreibe ich?

Das Anschreiben unterschreibst du auf jeden Fall, und zwar unter der Grußformel „Mit freundlichen Grüßen“. Beim Lebenslauf ist die Unterschrift die zweite Stelle. Hier ein Überblick:

DokumentUnterschrift?Wo?
AnschreibenJa, immerUnter „Mit freundlichen Grüßen“, über dem Namen
LebenslaufJa, üblichGanz unten, mit Ort und Datum
Zeugnisse, ZertifikateNeinSind Kopien, du unterschreibst sie nicht
DeckblattNeinKeine Unterschrift nötig
Online-Formular im PortalMeist neinKein Feld vorgesehen

Online-Bewerbung und PDF: So unterschreibst du digital

Bewerbungen laufen heute fast immer digital, als PDF-Datei per E-Mail oder als Upload im Portal des Unternehmens. Das AMS nennt für die Unterschrift im Lebenslauf drei Wege3. Du hast drei Möglichkeiten:

  1. Ausdrucken und einscannen: Du druckst die letzte Seite aus, unterschreibst mit Kugelschreiber und scannst sie wieder ein. Das ist der älteste Weg und sieht am echtesten aus, kostet aber Zeit.
  2. Bild einfügen: Du unterschreibst auf weißem Papier, fotografierst die Unterschrift, stellst sie frei und setzt sie als Bild in dein Dokument. Wie das geht, steht in Unterschrift scannen und transparent machen.
  3. In der PDF platzieren: Aus Word exportierst du eine PDF und fügst das Unterschriftsbild dort mit einem PDF-Programm ein. Die Schritte findest du in Unterschrift in PDF einfügen.

Praktisch ist ein transparentes PNG deiner Unterschrift. Es liegt sauber auf dem Text, ohne weißen Kasten, und du verwendest dieselbe Datei für alle Bewerbungen. Das AMS rät außerdem, in jedem Fall eine PDF-Datei zu erstellen, damit sich nichts verschiebt3.

Unterschrift sauber digitalisieren

Unterschreib auf weißem Papier, mach ein Foto und lad es hoch. Wir entfernen den Hintergrund, du bekommst ein transparentes PNG für Word, PDF und E-Mail. Kostenlos.

Unterschrift digitalisieren

Ein eingefügtes Unterschriftsbild ist keine qualifizierte elektronische Signatur. Für eine Bewerbung muss es das auch nicht sein, es ist eine Geste der Höflichkeit und kein Rechtsakt. Bei einem Arbeitsvertrag, der später folgt, gelten andere Regeln.

Wenn das Portal keine Unterschrift zulässt

Bei Online-Formularen mit Freitextfeldern gibt es meist kein Feld für eine Unterschrift. Das ist in Ordnung. Lädst du dagegen einen Lebenslauf als Datei hoch, darf das unterschriebene Dokument dort ruhig sein. Einige Unternehmen verzichten bei Online-Bewerbungen mittlerweile ganz auf das Anschreiben. Lies deshalb die Stellenanzeige und halte dich an die Vorgaben.

Praxistipp: Datei benennen

Nenn die Datei so, dass der Empfänger sie sofort zuordnen kann, zum Beispiel „Lebenslauf_Mustermann_Max.pdf“. Wenn du Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse zu einer einzigen PDF zusammenfasst, kontrolliere vor dem Versand die Reihenfolge der Seiten und ob die Unterschriften auf den richtigen Seiten stehen. Viele Portale haben ein Größenlimit, meist im einstelligen Megabytebereich. Ein Unterschriftsbild ist klein und fällt dabei nicht ins Gewicht, ein hochauflösendes Foto dagegen sehr.

Größe und Platzierung der Unterschrift

  • Größe: Etwa zwei bis drei Zentimeter hoch und vier bis sechs Zentimeter breit. Sie soll sichtbar sein, aber nicht den Seitenrand erreichen.
  • Abstand: Lass über dem getippten Namen etwa zwei bis drei Leerzeilen Platz, damit sich nichts überlagert.
  • Farbe: Dunkelblau oder Schwarz. Blau wirkt wie echter Kugelschreiber, Schwarz kopiert und druckt sicherer.
  • Ausrichtung: Linksbündig unter Ort und Datum oder rechts darunter. Beides ist üblich, wichtig ist nur, dass du es in beiden Dokumenten gleich machst.
  • Letzte Seite: Die Unterschrift gehört auf dieselbe Seite wie die letzten Einträge. Eine Seite nur mit Unterschrift sieht unfertig aus.

Mini-Beispiel: So sieht der Abschluss aus

Ein kompletter Abschluss eines Lebenslaufs kann so aussehen. Die Rubrik davor ist die letzte inhaltliche Angabe, danach folgt etwas Abstand:

Kenntnisse
Sprachen: Deutsch (Muttersprache), Englisch (verhandlungssicher)
EDV: MS Office, SAP (Grundkenntnisse)


Graz, 4. Oktober 2026

[Unterschrift als Bild]
Max Mustermann

Das Muster gilt für den klassischen tabellarischen Lebenslauf. Bei einem Lebenslauf in zwei Spalten steht die Zeile unter beiden Spalten über die volle Breite oder am Ende der linken Spalte.

Typische Fehler

  • Das Datum fehlt oder weicht von dem im Anschreiben ab. Das wirkt, als hättest du das Dokument wiederverwendet.
  • Das Unterschriftsbild hat einen weißen Kasten oder einen grauen Schatten vom Foto.
  • Die Unterschrift ist ein verpixeltes Bild, das beim Zoomen unscharf wird. Nimm eine Datei mit mindestens 600 Pixeln Breite.
  • Du unterschreibst mit einem Kürzel, an anderer Stelle dann mit der vollen Unterschrift. Bleib bei einer Version.
  • Die Unterschrift steht quer über dem Text oder dem Foto.
  • Die Unterschrift fehlt in der PDF, weil du nur die Word-Datei geändert und nicht neu exportiert hast.

Hast du eine Unterschrift, die dir selbst zu krakelig ist? Dann lohnt sich ein kleiner Neustart. Eine ruhige, wiedererkennbare Unterschrift hinterlässt in der Mappe einen besseren Eindruck, und mit etwas Übung wird sie schnell zur Gewohnheit (siehe Unterschrift üben).

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Weiterführend: Zum Aufbau eines Lebenslaufs insgesamt siehe die AMS-Seite Tabellarischer Lebenslauf.

Hinweis: Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information zu Bewerbungsgepflogenheiten und keine Rechtsberatung.

Häufige Fragen

Muss ich meinen Lebenslauf unterschreiben?

Nein, gesetzlich ist das nicht vorgeschrieben. Es ist aber üblich, und das AMS empfiehlt es: Der Lebenslauf endet mit deinem vollständigen Namen und deiner Unterschrift.

Wo steht die Unterschrift im Lebenslauf?

Ganz unten auf der letzten Seite. Das AMS nennt die Reihenfolge Ort, Datum, Unterschrift: nach zwei Leerzeilen unter Ort und Datum oder rechtsbündig daneben.

Kann ich bei einer Online-Bewerbung eine eingescannte Unterschrift verwenden?

Ja. Du kannst die Seite ausdrucken, unterschreiben und einscannen, ein Unterschriftsbild einfügen oder die Unterschrift in der PDF platzieren. Das AMS rät, die Datei als PDF zu speichern.

Ist eine eingefügte Unterschrift rechtlich gültig?

Für eine Bewerbung braucht es keine rechtliche Wirkung. Ein Unterschriftsbild ist keine qualifizierte elektronische Signatur und ersetzt die Schriftlichkeit nicht, wo das Gesetz sie verlangt.

Welches Datum gehört in den Lebenslauf?

Das Datum, an dem du die Bewerbung abschickst. Es sollte mit dem Datum im Anschreiben übereinstimmen.

Quellen

  1. 1§ 886 ABGB, Schriftlichkeit (ris.bka.gv.at)
  2. 2AMS: Tabellarischer Lebenslauf, wichtige Infos und Tipps (ams.at)
  3. 3AMS: Lebenslauf unterschreiben, alle Infos (ams.at)
Adelheid Brockhusen

Über den Autor

Adelheid Brockhusen

Adelheid Brockhusen schreibt über Handschrift, Unterschriften und die Gewohnheiten dahinter. Für jeden Artikel trägt sie die Zahlen aus Studien, Statistikämtern und anderen Primärquellen zusammen und prüft jede Zahl an der Seite, von der sie stammt.

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